Eine Meditationsanleitung zu den fünf Gewissheiten

Die fünf Gewissheiten sind für mich sehr wertvoll. Sie stammen vom ehrwürdigen, bhuddistischen Meister Thich Nhat Hanh. Diese Gewissheiten lassen mich tief in meine Ängste blicken, Ängste die wir oft im Leben verdrängen oder nicht anschauen wollen.

 

Eine Meditationsanleitung:

 

Für mich lässt sich mit den fünf Gewissheiten eine wunderbare Gehmeditation verbinden.

Nimm dir ausreichend Zeit und begib dich auf einen herrlichen Spaziergang in die Natur, wähle möglichst einen Ort, wo du ungestört bist. Wenn du an dem Ort angelangt bist, von wo aus du deine Meditation starten möchtest, dann halte kurz inne. Spüre deine Fußsohlen auf dem Erdboden, spüre deiner Atmung nach und nimm dann die Geräusche bewusst um dich herum war. Den Wind in den Bäumen oder das Vogelgezschwitzer, alles was da für Gräusche zu hören sind.

 

Nun beginne mit der Gehmeditation. Beginne langsam und bewusst zu gehen. Spüre wie deine Fußsohlen den Boden berühren und der Kontakt wieder verloren geht. Sage dir jetzt laut die erste Gewissheit:

 1. Es ist der Lauf der Dinge, dass ich älter werde. Ich kann das Älter werden nicht verhindern.

Gehe in der Vorstellung deine Lebensjahre durch, wann bist du geboren, was ist bis zum jetzigen Zeitpunkt alles passiert, wie alt bist du jetzt und dann mache dir bewusst, dass du 30, 35, 40, 45, 50, 55, 60, 65 usw. wirst (ich mache das in 5 Jahres-Schritten, du kannst es natürlich auch in andern Schritten machen).

Bei der Vorstellung von der Geburt bis heute gehe ich auch nicht ins Detail, einfach nur bewusst sein, wie lange ich schon hier lebe.

 

Lasse dies eine Weile wirken und beginne dann mit der 2. Gewissheit:

2. Es ist der Lauf der Dinge, dass ich krank werde. Ich kann das Krank werden nicht verhindern.

Hier stelle ich mir vor, dass ich mit dem Älter werden schlechter hören, schlechter gehen oder schlechter sehen werde. Ich werde Hilfe von anderen Menschen benötigen. Vielleicht bekomme ich auch eine schwere Krankheit.

Lasse dies eine Weile wirken und beginne mit der 3. Gewissheit:

3. Es ist der Lauf der Dinge, dass ich sterben werde. Ich kann das Sterben nicht verhindern.

Hier stelle ich mir meinen Körper im Sterbeprozess vor. Meinen letzten Atemzug, mein Körper wird kalt und schwer. Der Körper löst sich auf. (Ich gehe da noch etwas weiter mit der Vorstellung, das werde ich hier aber nicht weiter beschreiben. Wenn ihr fragen habt, dann schreibt mir).

Lasse dies eine Weile wirken und beginne mit der 4. Gewissheit:

4. Es ist der Lauf der Dinge, dass ich alles was mir lieb ist und alle Menschen, die ich lieb habe, verlieren werde und loslassen muss. Ich kann das Verlieren, das Loslassen nicht verhindern.

Hier mache ich mir bewusst, dass meine liebsten sterben werden, auch sie unterliegen der Vergänglichkeit. Alles Materielle ist nur geliehen, nichts gehört mir wirklich. Alles was ich gerne Tue, kann ich nur eine beschränkte Zeit tun.

(Um dies zu verdeutlichen: Ich kann sehr wahrscheinlich nicht mehr mit 70 Jahren den Mount Everest besteigen)

Lasse dies eine Weile wirken und beginne mit der 5. Gewissheit:

5. Alles was mir gehört sind Gedanken, Wort und Tat. Ich kann den Folgen meiner Handlungen nicht entgehen.

Hier mache ich mir folgendes bewusst: Alles was ich denke, tue und spreche hat Auswirkungen auf mein Leben, auf meine Umwelt.

Mit Gedanken, Wort und Tat erschaffe ich meine Welt. In was für einer Welt möchte ich leben? Möchte ich meine Gedanken, Worte und Taten mit Hass, Gier, Verblendung füllen und so eine Welt des Leidens erschaffen oder möchte ich meine Gedanken, Worte und Taten mit Liebe, Freundlichkeit und Verbindung füllen und so eine Welt des Friedens erschaffen?

Lasse dies eine Weile wirken und spüre wie sich das anfühlt.

Diese Anleitung ist als Vorschlag zu verstehen und kann natürlich abgewandelt werden. Ich benötige ca. 20 bis 30 min für diese Meditation, wenn ich mir Zeit nehme. Wenn du nicht so viel Zeit hast kannst du sie auch verkürzen, in dem du dir für jede Gewissheit weniger Zeit nimmst. Ich habe diese Meditation für mich entwickelt und sie hat mir sehr geholfen.

Ich wünsche dir eine friedvolle Zeit mit dieser Meditation.